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30.09.2006 11:09
Forum ist das leider keines...
Sehr geehrter Herr Kollege!
Damit hätten Sie die erste (von mir als Eisbrecher gemeinte) Diskussion in ihrem Forum wohl beendet - ich kann mir eine - eigentlich überflüssige weil absolut unkonkrete - Antwort trotzdem nicht verkneifen. Üblicherweise lebt ein Forum auch von oder eigentlich gerade von kontroversiellen Beiträgen, aber solche sind hier eindeutig nicht erwünscht, zumindest dann nicht, wenn sie in ihrem Auge nicht ausreichend konkret sind! Als "Vorstandsmitglied" sollten sie sich überlegen, ob ein Forum (lt. Brockhaus: Plattform, öffentliche Diskussion, Aussprache) zur Diskussion (ebenfalls lt. Brockhaus: Auseinandersetzung (über ein Thema), Aussprache, Meinungsaustausch) auf ihrer Homepage überhaupt Sinn macht. Die Verbissenheit in ihren Kommentaren erheitert mich und wirkt in einem Internetforum absolut deplaziert...
Einmal kräftig durchschüttlen und kleine Lockerungsübungen würde ich - ganz konkret - für hilfreich halten 
Schade, dass offensichtliches Interesse (auch wenn Kritik dabei ist) an der Thematik, der Homepage und dem Forum durch ihren "strengen Vorwurf" mangelnder Konkretheit abgewürgt wird - so findet nun gar kein Meinungsaustausch mehr statt.
Ich wünsche Ihrem Forum für die Zukunft bloß keine angeregten sondern auschließlich KONKRETE Diskussionen 
Mit freundlichen Grüßen,
H.H.
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26.09.2006 16:09
Diskussion ja, aber konkret!
Werte Frau Kollegin, lieber Herr Kollege!
Die von Ihnen kritisierten Punkte werden seit längerer Zeit im Vorstand der ÖGS intensiv diskutiert. Von daher versteht sich auch meine Bitte im ersten Posting, Ihre Vorstellungen zu konkretisieren, als Aufforderung, nicht als Prüfung. Es erscheint mir müßig, so über Elfenbeintürme und Konkurrenzkämpfe zu reden, als ob es diese nicht in allen Branchen gebe. An konkreten Vorstellungen und Anliegen der Mitglieder ist der ÖGS-Vorstand jederzeit interessiert.
Der Vorstand der ÖGS hat in dieser Arbeitsperiode den Fokus darauf gelegt, die Zusammenarbeit zwischen der Soziologie und den Medien in Österreich zu verbessern. Sie sollten als ÖGS-Mitglied in den vergangenen Monaten darüber informiert worden sein. Ergebnisse einer Medienanalyse, die den Ausgangspunkt für weitere Aktivitäten bildet, kann man auch im Newsletter 2006-04 nachlesen, der in den nächsten Tagen veröffentlicht wird.
Es ist jedoch grundsätzlich festzustellen, dass die ÖGS lt. Statuten kein Berufsverband ist. Wenn Sie Deutschland als Beispiel anführen: das Pendant der ÖGS ist die DGS, nicht der BDS.
Eine Neuausrichtung der ÖGS als Berufsverband bedarf einer Statutenänderung und somit der Zustimmung der Mitglieder. Wir sind gerne bereit, bei rechtzeitiger Verständigung entsprechende Anträge bei der nächsten Generalversammlung der ÖGS im Dezember diesen Jahres auf die Tagesordnung zu setzen.
Mit freundlichen Grüßen,
Christian Dayé
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21.09.2006 19:09
Diskussionen erlaubt, oder???
Sehr geehrter Herr Kollege,
es ist mir nicht ganz verständlich, warum sie sich persönlich so angegriffen fühlen, denn anders lässt sich die Motivation für ihren letzten Satz nicht erklären. Ich denke nicht das ich meiner Rolle in der Welt unsicher bin und dass ich einen „spezialisierten Anbieter“ (?) benötige, nur weil ich den Stellenwert der Soziologie kritisch hinterfrage. Ihrer „Bitte um Klarstellung“ möchte ich gerne nachkommen – auch wenn meine Absicht keine hoch wissenschaftliche Abhandlung war sondern eine lockere Diskussion (das ist doch der Sinn eines Forums?). Insofern möchte ich auch nicht punktweise auf Ihre Fragen eingehen – es soll ja keine Prüfung werden, oder?
Ich denke die Aufgabenfelder der Soziologie kennen sie ebenso wie ich – nur kennt sie die Öffentlichkeit? Überspitzt gesagt: Für die Soziologie hat die Öffentlichkeit nicht mal ein Klischee, von realen Vorstellungen ganz zu schweigen – die Soziologie spielt schlichtweg im Kopf der Allgemeinheit keine Rolle und was ein Soziologe tut, kann oder wofür er gut sein soll weiß kaum jemand. Kurz: Es reicht nicht wenn der Bäcker weiß, dass er Brot backen kann und verkaufen will – es wäre wichtig, dass auch andere wissen, was sie von einem Bäcker erwarten können
Die Soziologie hat sich meiner Meinung nach schon zu lange im Elfenbeinturm versteckt und aktuelle berufspolitische Entwicklungen mehr als verschlafen. Schön und gut, dass der eine oder andere Soziologe ein Plätzchen an der Universität ergattert und dort seine Forschungen anstellen darf, der Großteil der Studiumsabsolventen verdient sein Brot mit Tätigkeiten die mit dem ursprünglich Gelernten kaum etwas zu tun haben – man muss nur über den universitären Tellerrand hinaus schauen. Und informiert man sich über die Arbeit anderer Berufsverbände (und einen solchen hätte die Soziologie mehr als nötig!) die Ihre Mitglieder in der Öffentlichkeit vertreten, aktuelle politische Entwicklungen verfolgen und sich aktiv daran beteiligen, wird schnell klar dass sich in Österreich diesbezüglich wenig tut. Schon mal vom Berufsverband deutscher Soziologen ( www.bds-soz.de ) gehört? Auszug aus den Zielen und Aufgaben: „Ziel ist es, die spezifischen Qualifikationen der Mitglieder und des Verbandes gegenüber der Öffentlichkeit herauszustellen, den Austausch zwischen der akademischen Soziologie und der Praxis zu intensivieren und gesellschaftliche Innovationen zu fördern“ Ich frag mich zum Beispiel, warum das Soziologiestudium nicht als Quellberuf für das psychotherapeutische Propädeutikum oder die Mediatiorenausbildung anerkannt ist (siehe Psychotherapie- und Zivilrechts-Mediations-Gesetz), sehr wohl aber das der Publizistik oder alle Lehrämter bzw. Sozialarbeit, etc. Es wäre eine Chance gewesen der eigenen Berufsgruppe weitere berufliche Optionen zu erschließen, die man aber einmal mehr ungenützt verschlafen hat. Starke Berufsgruppen brauchen eine starke Lobby (siehe Ärzte, Rechtsanwälte, Landwirte, etc.), zumindest dann, wenn man mehr als einer Handvoll von Absolventen eine adäquate Position am freien Arbeitsmarkt zukommen lassen will.
Aber möglicherweise fürchtet man sich im Elfenbeinturm vor Konkurrenz oder (und weit schlimmer!) es ist einem schlicht egal, dass das Soziologiestudium so gut wie keinen Wert am freien Arbeitsmarkt darstellt und seine Berechtigung nur noch als Seniorenstudium hat.
Zum persönlichen Kommentar: Wer hat von einem Verein geschrieben, der seinen Mitgliedern vorschreibt was sie denken, glauben, tun sollen – da haben sie wohl was falsch verstanden, denn darum ging es überhaupt nicht! Ein Hin der ÖGS zum ernstzunehmenden Berufsverband würde ich dennoch sehr begrüßen!
Mit freundlichen Grüßen,
H.H.
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20.09.2006 14:09
Bitte um Klarstellung
Liebe/r anonymer Beitragschreiber/in!
Ihr Beitrag ist leider in mancherlei Hinsicht unklar geblieben. Ich bitte um Klarstellung:
(1) Was sind die Kernkompetenzen einer Soziologin / eines Soziologen?
(2) Die Existenz von Klischees über andere Berufssparten (des Psychologen Couch) kann wohl nicht als Anlass genommen werden, die Verfasstheit der gesamten wissenschaftlichen Disziplin zu kritisieren. Geht es der Soziologie in Österreich schlecht?
(3) Sie behaupten, dass am ehesten die Herausbildung von Kernkompetenzen der Soziologie in ihrer momentanen Situation helfen könnte. Warum?
(4) Durch welche Maßnahmen könnte die ÖGS ihrer Meinung nach die Entwicklung von Kernkompetenzen fördern?
Ein persönlicher Kommentar zum Schluß: Die ÖGS wird hoffentlich niemals ein Verein sein, der seinen Mitgliedern sagt, was sie glauben und was meiden, was sie tun und was lassen sollen. Menschen, die sich ihrer Rolle in der Welt derart unsicher sind, empfehle ich etablierte und spezialisertere Anbieter.
Mit freundlichen Grüßen,
Christian Dayé
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14.09.2006 22:09
Ansehen und Stellenwert der Soziologie in Österreich
Ich denke dass es mit dem öffenlichen Ansehen der Soziologie in Österreich nicht sehr gut bestellt ist. Gerade von der ÖGS würde ich mir mehr Initiative erwarten, damit die Soziologie ein wenig mehr in den öffentlichen Raum tritt. Meiner Ansicht nach sollte sich die ÖGS auch mehr in Richtung Berufsverband entwickeln und Kernkompetenzen des/der Soziologen/in entwickeln, ausbauen und fördern, welche auch von anderen Fachdiszipinen anerkannt werden. Sehrwohl weiss die Allgemeinheit vieles über die Tätigkeiten eines Psychologen, eines Juristen, eines Betriebswirtes. Aber der/die Soziologe/in ist meist noch in vielen Köpfen eine akademische Figur, bei der man nicht recht weiss was und wo ihr Nutzen ist. Welche Weg soll nun die Soziologie in der Zukunft einschlagen? Eine Wissenschaft großteils im Elfenbeinturm des universitären Bereiches- oder eine öffentlich bekannte Fachdisziplin mit sich stark entwickelden Kernkompetenzen.
Ich hoffe damit auch einen kleinen Beitrag zur Belebung des Kommunikationsmittel 'Forum' geleistet zu haben und ersuche um Diskussion.
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