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Institutionen Entstehung - Funktionsweise - Wandel - Kritik

Titel

Institutionen Entstehung - Funktionsweise - Wandel - Kritik

AutorInnen

Tamas Meleghy, Heinz-Jürgen Niedenzu

Erschienen in (Reihe, Zeitschrift, ...)

Veröffentlichungen der Universität Innsbruck, Band 243

Verlag

Leopold-Franzens-Universität Innsbruck

Erscheinungsjahr

2003

Erscheinungsort

Innsbruck

ISBN

3-901249-65-6

Preis (Euro)

Preis EUR 16,00

Inhalt

Zweifelsohne stellen "Institutionen" einen zentralen Topos für die Soziologie und verwandte Sozialwissenschaften dar. Im Unterschied zur 'soziologischen Klassik' mit ihrer Betonung der Notwendigkeit dauerhafter Institutionen für die soziale Ordnung ist die aktuelle Diskussion durch zwei Momente gekennzeichnet: zum einen steht die Thematisierung der Ambivalenz von Institutionen, also des Spannungsfelds von Belastung und Entlastung, von institutionell erzeugten Zwängen und institutionell sich eröffnenden Handlungsoptionen, im Vordergrund. Damit rücken zentrale Momente von Institutionen für individuelles Verhalten in den Vordergrund: Institutionen bestimmen das Verhalten in Handlungskontexten sowohl strukturell als auch kognitiv, sie fixieren Handlungsziele und exkludieren andere Optionen mittels Sanktionsandrohung, sie definieren Situationen ebenso wie sie Deutungsangebote zu Fragen der Sinnhaftigkeit und der Legitimation bereitstellen. Parallel zu dieser Spezifizierung der Funktionsweise lässt sich zum anderen aber auch eine Fokussierung auf den Institutionenwandel, auf Institutionalisierungs- und Deinstitutionalisierungsprozesse, festhalten. - Vor diesem Hintergrund thematisieren die Beiträge Institutionen sowohl grundlagentheoretisch als auch in der Form der Analyse spezifischer institutioneller Praxisfelder. Durchgehendes Thema ist dabei also, ungeachtet der unterschiedlich gesetzten Akzente und Zeithorizonte, das Zusammendenken einerseits der Dauerhaftigkeit, der Eigenstabilisierung und der Steuerungsfähigkeit von Institutionen, andererseits ihr intern oder extern induzierter Wandel und ihre Anpassungsfähigkeit vor dem Hintergrund sich verändernder politischer und gesellschaftlicher Verhältnisse.

Eröffnet wird der Band mit einem evolutionstheoretisch orientierten Beitrag von Peter Meyer zur Frage der Genese universaler sozialer Institutionen. Karl-Siegbert Rehberg arbeitet anhand 'institutioneller Mechanismen' die symbolische Darstellung und Darstellbarkeit der Ordnungsprinzipien in institutionell stabilisierten Handlungs- und Interaktionszusammenhängen heraus. Das Spannungsverhältnis von zeitlicher Stabilität und Zukunftsoffenheit angesichts des allgegenwärtigen Veränderungsdrucks diskutiert Antje Gimmler am Beispiel politischer Institutionen in Demokratien. Die beiden folgenden Fallstudien verbleiben ebenfalls im Bereich politischer Institutionen. Die Entwicklung und der Wandel des Institutionengefüges von der Montanunion bis hin zur Europäischen Union ist das Thema von Heinrich Neisser, während Alan Scott den institutionellen Wandel im Verhältnis von Zentralmacht und lokaler Regierungsebene im Großbritannien der jüngeren Vergangenheit nachzeichnet. Mit der Frage nach den Bestimmungsfaktoren institutioneller Wandlungsprozesse sowie den Funktionen bzw. Steuerungseffekten von Institutionen beschäftigen sich die letzten drei Beiträge: Franz Traxler diskutiert zwei Hypothesen (marktvermittelte institutionelle Konvergenz bzw. Pfadabhängigkeit der Entwicklung) anhand eines empiriegestützten Vergleiches der institutionellen Arrangements der Lohnregulierung in 20 OECD-Ländern; die Auswirkungen der Veränderungen auf dem Arbeitsmarkt und des Rückgangs von Normalarbeitsverhältnissen auf die tradierten Institutionen des Sozialversicherungssystems untersucht Emmerich Tálos; aus einer institutionenökonomischen Perspektive beschäftigt sich Engelbert Theurl abschließend mit dem Phänomen der 'angebotsinduzierten Nachfrage' als einem wichtigen Resultat mehrdimensionaler Informationsasymmetrien im Gesundheitswesen.


Inhalt

Vorwort

Tamás Meleghy / Heinz-Jürgen Niedenzu
Einleitung: Institutionen als Thema sozialwissenschaftlicher Reflexion

Peter Meyer
Universale soziale Institutionen: Evolutionäre Fundamente menschlichen Sozialverhaltens

Karl-Siegbert Rehberg
Institutionen als symbolische Verkörperungen

Antje Gimmler
Offene Horizonte – Zur temporalen Dimension politischer Institutionen in Demokratien

Heinrich Neisser
Der institutionelle Rahmen der Europäischen Union

Alan Scott
Regionen und die Institutionalisierung der Demokratie

Franz Traxler
Wandel und Funktion von Institutionen im internationalen Vergleich – Das Beispiel der Lohnregulierung

Emmerich Tálos
Atypische Beschäftigung – Anstoß für Grundsicherung?

Engelbert Theurl
Angebotsinduzierte Nachfrage als Prinzipal-Agent-Problem im Gesundheitswesen

Autorenverzeichnis
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