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Soziale Evolution Die Evolutionstheorie und die Sozialwissenschaften

Titel

Soziale Evolution Die Evolutionstheorie und die Sozialwissenschaften

AutorInnen

Tamas Meleghy, Heinz-Jürgen Niedenzu

Erschienen in (Reihe, Zeitschrift, ...)

Österreichische Zeitschrift für Soziologie, Sonderband 7

Verlag

Westdeutscher Verlag

Erscheinungsjahr

2003

Erscheinungsort

Wiesbaden

ISBN

3-531-14043-4

Preis (Euro)

Preis EUR 29,90

Inhalt

Seit ihren disziplinären Anfängen kennzeichnet entwicklungsorientiertes Denken die großen Theorieentwürfe in der Soziologie und in der Sozialanthropologie, und genauso lange sind diese auch mit Vorwürfen wie evolutionistisches Denken, teleologische Orientierung und geschichtsphilosophische Spekulation, um nur einige zu nennen, konfrontiert. Hinzu kommt in der aktuellen Diskussion, dass die Zuständigkeit der Sozialwissenschaften für das 'Soziale' und der damit einhergehende Erklärungsanspruch sowohl im Mikrobereich des Verhaltens und Handelns als auch auf der Ebene der gesellschaftlichen Organisationsformen und der damit einhergehenden Prozesse heute vor dem Hintergrund der Allgemeinen Evolutionstheorie zunehmend von biologischen Teildisziplinen in Frage gestellt werden.

Die in diesem Band zusammengeführten Beiträge gehen auf einen Workshop zum Thema 'Soziale Evolution' zurück, der im Oktober 2001 am Institut für Soziologie der Universität Innsbruck stattgefunden hat. Ziel dieser Veranstaltung war es zu diskutieren und zu hinterfragen, inwieweit die Evolutionstheorie und evolutionäres Denken ein heuristisch geeignetes Erklärungskonzept für soziologisch relevante Fragestellungen, also etwa das Natur-Kultur-Problem, das Problem sozialer Ordnung, Entstehung und Wandel von Institutionen, Mechanismen und/oder Logik gesellschaftlicher Entwicklungsprozesse etc., darstellt. Die Beiträge des Bandes diskutieren aus unterschiedlichen Blickwinkeln die wissenschaftsgeschichtlichen Verankerungen, die mögliche Fruchtbarkeit wie auch die Grenzen evolutionstheoretisch orientierten Denkens für den soziologischen und sozialtheoretischen Diskurs.


INHALTSVERZEICHNIS

Tamás Meleghy / Heinz-Jürgen Niedenzu
Vorbemerkung

Tamás Meleghy / Heinz-Jürgen Niedenzu
Einleitung: Die Evolutionstheorie und die Sozialwissenschaften

Mihály Sárkány / Péter Somlai
Von der Fortschrittsidee zur Postmoderne
Der soziokulturelle Evolutionismus und die Veränderungen
der historischen Anschauung

Nico Wilterdink
The Concept of Social Evolution: Its Meanings and Uses

Michael Schmid
Evolution und Selektion
Handlungstheoretische Begründung eines soziologischen
Forschungsprogramms

Antonio Scaglia
Überholtheit oder Aktualität?
Zur gegenwärtigen Relevanz des evolutionistischen Paradigmas für die
Sozialwissenschaften

Tamás Meleghy
Methodologische Grundlagen einer evolutionären Soziologie

Gerhard Vowinckel
Biotische und kulturelle Evolution: Eigengesetzlichkeit und
Interdependenz

Peter Meyer
Machtkonkurrenz, Motor der sozialen Evolution?
Neuere Beiträge evolutionärer Forschung

Johan Goudsblom
Veränderung erzeugt Veränderung
Von biologischer zu soziokultureller Entwicklung

Heinz-Jürgen Niedenzu
Die Genese normativer Strukturen im Hominisationsprozess
Vorüberlegungen zu einer Soziologischen Anthropologie

Detlef Weinich
‘Constraints’ im Zivilisationsprozess
Das Konzept der Eigengesetzlichkeiten bei Norbert Elias im Lichte neuerer
evolutionsbiologischer, insbesondere systemtheoretischer Konzepte

Gerda Bohmann
Fundamentalismus als Stadium sozialer Evolution?
Konstitutionstheoretische und methodologische Überlegungen
am Beispiel des radikalen Islamismus

Henrik Kreutz
Evolution und Metamorphose
Explikation der pragmatistischen Evolutionstheorie von Charles S. Peirce
und ihre Anwendung auf die Diagnose der westlichen Gesellschaft

Eva Buchinger
Technik und Gesellschaft: Evolutionäre Betrachtungen einer
folgenreichen Beziehung

Thomas Junker
Biologie und gesellschaftliche Reformprojekte in der ersten Hälfte
des 20. Jahrhunderts

Max Preglau
Sozio-Biologie als letzte „große Erzählung“ – wider den
biologischen Reduktionismus

AutorInnenverzeichnis


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