Mag. Kenneth Horvath
Uni Wien - Fakultätszentrum für Methoden der Sozialwissenschaften
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ÖGS Sektion Migrations- und Rassismusforschung
Die Sektion Migrations- und Rassismusforschung der Österreichischen Gesellschaft für Soziologie bietet Sozialwissenschafter/innen, die zu Migration, Nationalismus, Ethnizität und/oder Rassismus forschen, einen Rahmen zur fachlichen Diskussion, Reflexion und Vernetzung. Sie versteht sich als Plattform für einen produktiven Austausch zwischen den verschiedenen theoretischen und methodischen Zugängen im breiten Feld der Migrations- und Rassismusforschung.
Das Thema Migration gilt in der öffentlichen Auseinandersetzung als eine der großen Herausforderungen der kommenden Jahre. MigrationsforscherInnen werden dabei zunehmend in die Politikgestaltung einbezogen. Damit geht eine erhöhte politische Verantwortung und die Notwendigkeit einher, das Wechselverhältnis von Migrationsforschung und Migrationspolitik sowie die Rahmenbedingungen und Implikationen sozialwissenschaftlicher Wissensproduktion eingehend zu reflektieren. Daraus ergeben sich zwei inhaltliche Schwerpunkte der Sektion:
Erstens will die Sektion einen Rahmen zur Diskussion konzeptueller und methodologischer Fragen bieten. Zentrale Konzepte der Migrationsforschung - von "Diversität" über "Migrationshintergrund" hin zu "Integration" - sind gleichzeitig wichtige Begriffe in medialen und politischen Debatten. Das kann sozialwissenschaftliche Forschung zwar anschlussfähig machen, allerdings besteht die Gefahr, dass Migrationsforschung im Gegenzug nolens volens spezifische Blickwinkel und Formen der Problematisierung übernimmt und dabei alternative Perspektiven auf Migrationsgesellschaften und transnationale Lebensrealitäten ausgeblendet bleiben. Die Sektion Migrations- und Rassismusforschung setzt sich zum Ziel, Konzepte und Forschungszugänge, ihre analytischen Stärken und Schwächen, ihre gesellschaftstheoretischen Grundlagen sowie ihre komplexen Verknüpfungen mit politischen und medialen Debatten offen und breit zu diskutieren.
Zweitens will die Sektion die politisch reflektierte wissenschaftliche Auseinandersetzung mit Migrations- und Grenzregimen fördern. Das impliziert die Analyse unterschiedlicher Formen sozialer und politischer Grenzziehung, der ihnen zugrunde liegenden Kategorisierungen undkulturellen Zuschreibungen sowie der mit ihnen verbundenen ökonomischen, sozialen und politischen Ungleichheitsverhältnisse. Eine so verstandene sozialwissenschaftliche Rassismusforschung hat im deutschsprachigen Raum wenig Tradition. Die Sektion Migrations- und Rassismusforschung will deshalb die Auseinandersetzung mit und Anwendung von rassismustheoretischen Forschungsperspektiven aktiv fördern und in einen produktiven Austausch mit anderen, etablierteren Forschungszugängen bringen.
Die Sektion ist offen für alle Interessierten, unabhängig von ihrem disziplinären Hintergrund oder ihrer akademischen Stellung. Sie soll einen Raum für kritische Reflexion und Weiterentwicklung theoretischer, methodischer und politischer Fragen bieten, die sich in der sozialwissenschaftlichen Forschung zu Migration, Rassismus, Nationalismus und Ethnizität ergeben. Mitgliedsbeitrag wird keiner eingehoben. Bei Interesse an einer Mitgliedschaft bitten wir, ein kurzes Mail an kenneth.horvath@univie.ac.at zu senden.
Zielsetzungen der Sektion
Förderung von NachwuchsforscherInnen
Vernetzung von Forschenden und Lehrenden im Bereich der Migrations- und Rassismusforschung im universitären und außeruniversitären Bereich
Stärkung des Informationsaustausch über Forschungsaktivitäten, Veranstaltungen, Call for Papers,etc. im Themenbereich der Sektion
Organisation von Diskussionsveranstaltungen, Workshops etc., vor allem auch in Form von Sektionsveranstaltungen bei Kongressen der ÖGS
Vernetzung mit thematisch ähnlich orientierten Sektionen anderer Fachorganisationen, speziell der DGS, der SGS, der ESA und der ISA
Sprecher der Sektion / Kontakt:
kenneth.horvath@univie.ac.at